Phase 11: Die Auferstehung (Transformation im Alltag)
Die letzte große Prüfung. Das Neue muss sich im gelebten Leben bewähren – unter Druck, in Beziehung, im echten Alltag.
Leitfrage: Wer bin ich, wenn es wirklich darauf ankommt?
Ich war vor kurzem bei einer Vorsorgeuntersuchung bei meiner Gynäkologin – ich war in der 28. Schwangerschaftswoche, hatte keine Beschwerden und dachte an nichts Böses. Wir unterhielten uns erst noch ganz normal. Ich bat sie noch einmal zu gucken, ob man vielleicht dieses Mal eindeutig das Geschlecht des Babys erkennen könnte und ich setzte mich auf den Untersuchungsstuhl. Durch die Lage des Babys konnten wir es tatsächlich eindeutig erkennen: Es wird ein kleiner Junge.
Vor lauter Freude hatte meine Ärztin beinahe vergessen, die eigentliche Vorsorgeuntersuchung durchzuführen. Und dann stand plötzlich die Gefahr einer Frühgeburt im Raum. Ich wurde direkt in die Klinik geschickt, um es abklären zu lassen.
Das hat mich leider sehr kalt erwischt. Die folgenden Untersuchungen und das Warten stellten mich/uns auf die Probe. Wir sollten als Eltern Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen wir nicht wirklich beurteilen konnten. Am nächsten Tag weitere Untersuchungen, neue Erkenntnisse, neue Maßnahmen 1000 Informationen – es war einfach alles viel zu viel.
Ich konnte meine Gefühle nicht mehr wegdrücke. Am Abend überrollte mich dann eine ganze Sintflut der Gefühle: Angst – Scham – Schuld – Unsicherheit. Aber ich habe es geschafft alle Gefühle da sein zu lassen. Ich habe sie zugelassen, angenommen und „einfach“ gefühlt, was da war.
Es tat weh und trotzdem fühlte es sich in dem Moment richtig an. Als der Schmerz langsam nachließ kam der Impuls dankbar zu sein.
Trotz aller Umstände hatte ich ein so unglaubliches Glück. Mein Mann war an meiner Seite, ich genoss ein Einzelzimmer, alle Hebammen, Schwestern und Ärztinnen waren super einfühlsam und fürsorglich. Ich konnte mich fallen lassen und wusste, egal was passiert und wie es kommt, ich bin hier gut aufgehoben. Das hat mich wieder beruhigen können und schnell darauf konnte ich neues Vertrauen schöpfen, dass alles gut werden wird.
Nur ein paar Tage vorher hatte ich mit der lieben Hajnalka eine mega schöne Neurografik-Session, in der wir mir einen neuen Glaubenssatz erarbeitet haben: „Ich bin geliebt und darf um Hilfe bitten“. Was soll ich sagen: genau zur richtigen Zeit. Im Krankenhaus begleitete er mich auf Schritt und Tritt. Er gab mir Kraft und Mut meine Bedürfnisse anzusprechen und um Hilfe zu bitten.
Noch ein paar Wochen zuvor gelang mir das nicht. Ich war im Stress und aus Unachtsamkeit auf der Treppe hingefallen. Fuck! Es passte nicht in meine Pläne, das jetzt abklären zu lassen. Und ich wollte noch weniger anderen zur Last fallen, auch wenn ich genau wusste, dass ich auf Hilfe angewiesen bin, um zu einem Arzt zu kommen. Ich machte mir viel zu viele Gedanken über die Umstände, die ich anderen bereite als über meine eigenen Not-/Ausnahmesituation.
Das ist/war eins meiner alten Muster. „Ich bin nichts wert.“ „Ich verdiene es nicht bedingungslos geliebt zu werden.“
Gott sei Dank, entscheide ich mich inzwischen häufiger für mich. Ich entscheide mich, mich verletzlich zu zeigen und dazu, Kontrolle abzugeben und das Ungewisse zuzulassen. Ich zeige mich so wie ich bin – mit allem: allen Gefühlen, allen Gedanken und Bedürfnissen. Ich halte deutlich seltener mein Paket unter Verschluss und ich spüre, welch eine positive und inspirierende Wirkung ich dadurch auf andere habe.
Ich strahle von innen heraus, egal wie dunkel es sich in und um mich manchmal anfühlt.
- Ich bin nicht perfekt, aber klarer.
- Ich erkenne mich – auch wenn ich gerade wanke.
- Ich vertraue mir – auch ohne Ergebnis.
- Ich darf widersprüchlich sein – und trotzdem in mir ruhen.
Ich merke, dass ich gerade sehr liebevoll und rücksichtsvoll mit mir umgehe. Ich bin achtsam und ganz bei mir. Ich habe eine mega Entwicklung hingelegt. Ich hatte beim Treppensturz einen (kleinen) Rückfall, der mich erinnern sollte, wo mein Weg mich bereits hingeführt hat und mir so geholfen hat, diese viel größere Prüfung zu meistern.
Phase 12: Rückkehr mit dem Elixier
Die Heldin kehrt zurück – aber nicht als dieselbe. Sie bringt etwas mit: Erkenntnis, Haltung, Tiefe. Nicht für alle sichtbar, aber spürbar.
Leitfrage: Was gebe ich der Welt, weil ich mich selbst gefunden habe?
Ich fühle mich inzwischen stark, kraftvoll und frei. Ich habe die letzten Monate meinen Befreiungsschlag vollzogen. Ich bin klar, fokussiert und schaffe es, für mich einzustehen. Ich bin viel liebevoller zu mir selbst geworden. Gönne mir Pausen, Ruhe und Rückzug, wenn ich sie brauche. Ich spüre in mich hinein und kenne meine eigenen Grenzen, die ich nun auch nach außen vertreten kann. Aber ohne Kampf – nur durch innere Klarheit, Selbstvertrauen und Intuition. Ich kann mich anderen inzwischen ganz anders zeigen – verletzlich und trotzdem warmherzig und liebevoll.
Passenderweise begegnete mir vor kurzem der Satz „Choose yourself. And the right people will choose you.“ Dieser Satz geht total mit mir in Resonanz. Seit ich unbestechlicher ich geworden bin – zu mir, meinen Bedürfnissen, Gefühlen und Ansichten stehe – ziehe ich immer mehr Menschen in mein Leben, die zu mir passen und eine gleiche Haltung und gleiche Werte leben. Daher kann und möchte ich dich motivieren:
„Zeig dich wie du bist – von all deinen Seiten. Sei authentisch und du ziehst automatisch die richtigen Menschen in dein Leben.“
Wie gehe ich heute mit Unsicherheit um – im Vergleich zu früher?
Ich lasse Unsicherheit zu und vertraue, dass ich es bewältigen kann und die Hilfe bekomme, die ich benötige. Ich bin so unglaublich weit gekommen in den letzten Monaten/Jahren. Ich staune über mich selbst und vertraue dem, was in mir gewachsen ist. Ich lebe leiser und wahrhaftiger.
Mach dich frei – und nimm das, was du gefunden hast, mit zurück ins Leben.

No responses yet