Es gab Jahre, da konnte ich diese Floskel nicht mehr hören. Die (Vor-)Weihnachtszeit ist alles, außer besinnlich. Mein Kalender ist in keinem Monat so voll wie im Dezember: Weihnachtsmarktbesuch(e), Kekse backen, Geschenke besorgen, Weihnachtskarten schreiben, Kalender für das neue Jahr bestellen, abstimmen, an welchem Feiertag man wo ist und an den Feiertagen geht es vor allem ums Essen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Was soll daran schon besinnlich sein.
Ich gerate in dieser Zeit immer in Trouble.
Ich hege Erwartungen, spüre die Erwartungen der anderen, die nicht zusammenpassen und fühle mich diesem inneren Konflikt jedes Jahr aufs Neue ausgesetzt.
Ich will die Gefühle der anderen nicht verletzen, spreche dadurch meine eigenen Bedürfnisse nicht an und gehe in das Gefühl der Verpflichtung.
Meine eigentliche Absicht ist jedoch:
Ich will an Weihnachten zur Ruhe kommen, das Jahr ausklingen lassen, mich zurückziehen und das Jahr und mich selbst reflektieren.
Ich gehe in dieser Zeit eine tiefe Verbindung mit mir selbst ein. Ich tauche tief in meine Denkmuster ab, analysiere sie und finde Optimierungsbedarfe heraus.
Weihnachten ist für mich ein hoch spiritueller Zeitraum. Die Christen glauben, dass Jesus Christus vor mehr als 2000 Jahren als Sohn Gottes auf die Erde kam, um die Menschen zu retten. Pastorin Klages sagte in ihrer Weihnachtsandacht 2023: „es geht um EntWicklung. Jesus wurde in Windeln gewickelt in die Krippe gelegt.“
Ich leite oft in der Weihnachtszeit automatisch einen neuen Entwicklungsschritt ein, der Kraft, Mut und Ruhe braucht. Und mich am Ende Energie kostet.
Dafür starte ich dann im neuen Jahr mit neuer Klarheit und einer neuen Vision als Motor durch.
Letztes Jahr (2024) kam ich durch eine glückliche Fügung in den Genuss, diese mir so wichtige Zeit bewusst als Raunächte zu erleben. Es war eine magische Zeit voller Loslassen und neue Kraft sammeln. Das war für mich eine wirklich besinnliche Zeit. Und am Ende habe ich daraus gelernt, dass ich glücklicher bin, wenn ich meinem Inneren Gehör schenke und meinen eigenen Weg gehe.
Wie verbringst Du die Feiertage? Was macht Dich in dieser Zeit glücklich und zufrieden?

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