Phase 4: Begegnung mit dem Mentor – neue Perspektiven und helfende Kräfte
Leitfrage: Wer oder was hat mir geholfen, mir selbst wieder zu vertrauen?
Ich sprach mit meinem Coach über meine Situation. Er half mir, einen neuen Blickwinkel einzunehmen, und brachte mir erstmals das Tool der Heldenreise näher. Dadurch konnte ich meine Erlebnisse einordnen und verstehen, dass das, was sich für mich so chaotisch und überfordernd anfühlte, Teil eines größeren Prozesses war.
Gleichzeitig gelang es mir, mit meinem Partner immer offener über alles zu sprechen – darüber, wie es mir wirklich geht, welche Sorgen ich habe und welche Ängste mich begleiten. Allein dadurch konnte ich den Schwung aus meinem Gedankenkarussell für einen Moment herausnehmen. Egal, wie absurd mir meine Gedanken selbst erschienen: Er stand mir zur Seite, hörte zu, bewertete nicht und hielt den Raum für mich.
Zusätzlich begann ich, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Es half mir dabei, meinen Fokus bewusst auf die guten Dinge zu lenken und mich immer wieder daran zu erinnern, was in meinem Leben trotz allem stabil und schön war.
Ende 2022 erhielt ich ungeplant ein Human-Design-Reading. Für mich kam das völlig überraschend – und rückblickend glaube ich, dass es keinen besseren Zeitpunkt hätte geben können. Es fühlte sich an wie ein Impuls des Universums, genau zur richtigen Zeit. Plötzlich bekam ich einen völlig neuen Blick auf mein Leben, meine Glaubenssätze, meine Konditionierungen und auf das, was sich für mich wie meine wahre Bestimmung anfühlte.
Ich brauchte erst einmal Ruhe, um all diese Erkenntnisse zu verarbeiten. Ich wollte zu innerer Klarheit finden und mir selbst Dinge erlauben, die ich mir lange verwehrt hatte. Lange Zeit dachte ich, ich müsse stark und unabhängig sein. Alles allein schaffen. Ich glaubte oft selbst nicht an mich und war abhängig von der Bestätigung und Meinung anderer. Sie sollten mir sagen, was richtig ist und welchen Weg ich gehen soll.
Heute würde meine innere Stimme mir in Momenten der Unsicherheit sagen: „Vertrau auf dein Herz – es kennt den Weg.“ Es fühlt sich gut an, inzwischen die Erfahrung gemacht zu haben, dass ich Hilfe annehmen darf und kann.
Durch die Auseinandersetzung mit meinem Human Design erlangte ich neuen Mut, ein Gefühl von Geborgenheit und wieder mehr Zuversicht.
Ich glaube inzwischen, dass solche Veränderungsprozesse zum Menschsein dazugehören. Dass wir dem Prozess vertrauen dürfen – egal, wie scheiße wir uns zwischendurch auch fühlen. Es gehört zum Wachsen dazu, sich darauf einzulassen.
Phase 5: Überschreiten der ersten Schwelle – der Punkt ohne Zurück
Leitfrage: Wo habe ich mich entschieden, das Alte wirklich hinter mir zu lassen?
Den ersten konkreten Schritt ins Unbekannte wagten wir mit dem Kauf unseres Hauses und dem Umzug nach Wolfenbüttel. Der Entschluss wurde bereits beim Notartermin im Mai 2022 besiegelt. Es stand fest: Ich bleibe hier in der Region. Es gibt kein Zurück mehr.
Mit dieser Entscheidung ging jedoch auch eine räumliche Trennung von Freund:innen einher. Der Umzug bedeutete Abstand – und genau das fühlte sich an wie das Überschreiten einer Schwelle: Raus aus der Großstadt, rein in die Kleinstadt. Raus aus dem Bekannten, hinein in eine kleine Siedlung.
Es stand im Raum, dass der Kontakt zu unseren Braunschweiger Freund:innen abnehmen könnte. Der Abschied von der alten Wohnung hingegen fiel mir überraschend leicht – ebenso wie das Zurücklassen der Parkplatzsuche in den engen Straßen der Stadt.
Und doch begleiteten mich währenddessen weiterhin kritische innere Stimmen:
„Bist du dir sicher? Ich will dir ja nicht reinreden, aber …“
Ich vermisste den kurzen Radweg zur Arbeit. Gleichzeitig wartete im neuen Zuhause eine Schaukel in der Trauerweide auf mich. Zwischen Abschied und Zweifel begann sich langsam etwas Neues auszubreiten.
Vorfreude.
Auch wenn das Neue noch ungewohnt war und sich nicht sofort sicher anfühlte, wusste ich: Ich hatte die Schwelle überschritten.
Mach dich stark – indem du lernst, Hilfe anzunehmen und deiner Intuition zu vertrauen.

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